Was macht man, wenn in Bregenz 34 Grad angesagt sind?
Man könnte eines der klimatisierten Museen besuchen. Eine Bootsfahrt über den Bodensee unternehmen. Oder vom Steg im Freibad direkt ins Wasser springen.
Ich entscheide mich an diesem heißen Junitag für Plan B:
Mit dem Rad entlang des Bodenseeradwegs ins Nachbarstädtchen Hard und dort aufs Stand-Up-Paddle-Board. Abkühlung im Bodensee inklusive.

Mit dem Fahrrad entlang des Bodenseeradwegs
Los geht’s beim Fahrradverleih am Bregenzer Hafen. Die Luft flimmert, die Sonne steht hoch – perfektes Sommerwetter am Bodensee. Wir rollen an der berühmten Seebühne der Bregenzer Festspiele vorbei, wo das Bühnenbild gerade seinen letzten Schliff bekommt.
Der Bodenseeradweg führt direkt am Ufer entlang, vorbei an Freibad, Yachthafen, Seebädern und Campingplätzen. Immer wieder blitzt das Wasser zwischen den Bäumen hindurch. In der Ferne entdecke ich Kloster Mehrerau, dann wird es ruhiger. Grüner. Natürlicher.
Der Radweg ist spiegelglatt geteert, Bäume säumen die Strecke, rechts öffnet sich ein Meer aus Schilf. Der Fahrtwind sorgt für die dringend nötige Kühlung – und plötzlich fühlt sich selbst diese Hitze ganz leicht an.
Kurz vor Hard verlassen wir das direkte Seeufer. Der Weg führt über die Bregenzer Ach, die hier in den Bodensee mündet. Der aus dem Bregenzerwald kommende Bergbach zeigt sich heute von seiner wilden Seite, während unten am Ufer Kinder planschen und Füße ins Wasser baumeln. Über eine Radbrücke erreichen wir schließlich Hard.



Stand-Up-Paddling am Bodensee – SUP-Kurs bei SurfMax in Hard
Unser Ziel: ein Stand-Up-Paddling Kurs bei SurfMax am Harder Binnenbecken.
Die Surfschule liegt direkt am Wasser und versprüht sofort dieses lässige 70er-Jahre-Wassersportgefühl: Segel, Bretter, Klappliegestühle, Surfkiosk. Seit Jahrzehnten wird hier gesurft, gepaddelt und inzwischen auch SUP und SUP-Yoga praktiziert.
Ich muss gestehen: Meine Vorurteile gegenüber Stand-Up-Paddling sind groß.
„Anstrengend.“
„Langweilig.“
„Nur was für Instagram.“
Doch Vorurteile lösen sich bekanntlich am besten im Wasser auf.
Mathias Tschögl, Chef und Surflehrer bei SurfMax, begrüßt uns mit ansteckender Gelassenheit. Bevor es ins Wasser geht, stehen erstmal Trockenübungen auf dem Programm. Basisschlag, Bogenschlag, Stoppschlag – klingt technisch, fühlt sich aber schnell logisch an.
Ein SUP-Einsteigerkurs kostet rund 50 Euro in der Gruppe, wer nur ein Board mieten möchte, ist ab etwa 15 Euro pro Stunde dabei.



Erst wackelig, dann meditativ
Endlich dürfen wir aufs Wasser.
Zuerst auf den Knien drehen wir unsere Runden, testen Richtungswechsel und Bremsmanöver. Dann kommt der Moment: Aufstehen.
Mein erster Versuch hat definitiv etwas von einem wackeligen herabschauenden Hund. Aber – ich bleibe oben! Kein Sturz ins Wasser.
Mit jeder Minute wird es sicherer. Und plötzlich verstehe ich, warum so viele vom SUP schwärmen:
- Stehend hat man einen wunderbaren Überblick über den Bodensee.
- Man ist schnell weg vom Ufertrubel.
- Paddeln und Balancieren wirken fast meditativ.
Und das Beste bei 34 Grad in Bregenz:
Für eine Abkühlung ist man in Sekunden im Wasser – und genauso schnell wieder auf dem Board. Paddeln und Schwimmen im Wechsel. Ganz unkompliziert.



Wer übrigens nicht nass werden will, muss es auch nicht. Bei ruhigen Bedingungen liegt das Board stabil genug im Wasser, um trocken wieder an Land zu kommen.
Und meine Vorurteile?
Weder besonders anstrengend noch langweilig.
Eher überraschend entspannend.
Nach zwei Stunden fühlen wir uns jedenfalls wie kleine SUP-Profis und lassen den Tag bei Snack und Weißem Spritzer am SurfKiosk ausklingen. In der goldenen Abendsonne radeln wir schließlich zurück nach Bregenz – mit müden Armen, aber maximalem Sommergefühl.





